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© Rainer Weisflog, Cottbus
Parkhaus Neustädter Platz in Cottbus
Der Standort des öffentlichen Parkhauses ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass es sich unmittelbar an der Grenze zum Altstadtkern der Stadt Cottbus befindet. Ehemalige Stadtmauerfragmente tangieren die Bebauung. Die Grundfläche des Parkhauses bedeckt den Quartierbereich zwischen Burgstraße, Gertrautdenstraße, Neustädterplatz und der Straße „Am Neustädter Tor“.

Aus dieser Lage resultierend, befinden sich alle wichtigen Plätze und Straßen im Zentrum und damit die bedeutenden Einrichtungen, Läden und Gaststätten in fußläufiger Entfernung zum Parkhaus. Der Einzugsbereich des Parkhauses bedeckt einen Grossteil des Kernbereiches der Stadt Cottbus.

Im Parkhaus sind 380 Stellplätze in zwei Gebäudeteilen organisiert, davon 44 als Dauerstellplätze in abgeschlossenen Bereichen des Erdgeschosses. Ein Innenhof teilt die Gesamtanlage des Parkhauses aus Gründen der natürlichen Belüftung. In diesem Innenhof sind im 1. Obergeschoss Stellplätze für Behinderte ausgewiesen.

Darüber hinaus befinden sich im Parkhaus Gewerbeflächen, die in verschiedenen Unterteilungen vermietet werden können.

Vom Neustädterplatz zum Altstadtkern wird die öffentliche Durchwegung des Quartiers über eine „Altstadtgasse“ ermöglicht.

Die Erschließungskonzeption für den ruhenden Verkehr geht vom natürlich vorhandenen Geländeversatz am Standort aus. Die Zufahrt erfolgt großzügig vom Neustädter Platz, auf, vom sonstigen innerstädtischen Verkehr, separierten Fahrspuren. Von diesem Zufahrtsniveau aus erschließen schräge Parkrampen die vier Parkebenen mit einem Neigungswinkel 4 v. H. Damit kann auf schwierig zu befahrende Rampenanlagen verzichtet werden und diese Lösung stellt sich auch als sehr flächenökonomisch für Parkhäuser heraus, da die notwendigen Zufahrtsbereiche zum Ein- und Ausparken gleichzeitig die vertikalen Erschließungselemente sind.

Die Erschließung des Parkhauses ist auf Grund der Rampenanordnung so gestaltet, dass beim Einfahren in das Parkhaus und beim Herausfahren an allen Einstellplätzen im Einbahnsystem vorbeigefahren werden kann. Somit erschließt sich das Parkhaus sehr übersichtlich für den Benutzer. Die Stellplatzflächen im letzten Parkgeschoss sind überdacht.

Die fußläufige Erschließung des Parkhauses erfolgt über zwei Treppenhäuser, in deren Eingangsbereich die Kassenautomaten aufgestellt sind. Das altstadtseitig orientierte Treppenhaus hat eine Aufzugsanlage integriert, worüber auch die barrierefreie Erschließung aller Parkebenen gesichert ist. Im südlichen Treppenhaus befinden sich an der Stelle des Aufzuges öffentlich zu nutzende WC-Anlagen, davon eine WC-Anlage barrierefrei gestaltet.

Nach den Vorschriften der Brandenburgischen Garagen- und Stellplatzverordnung (BbgGStV) ist das Parkhaus als offenes Parkhaus konzipiert. Die Anbindung der Stellplatzebenen an die Außenwandflächen, die natürlich belüftet sind, erfolgt stirnseitig im Bereich des Altstadtdurchganges, zum Innenhof und zur Gertraudtenstraße. Somit konnte erreicht werden, dass das Parkhaus ohne zusätzliche mechanische Be- und Entlüftungsanlagen betrieben werden kann, was äußerst umweltfreundlich ist.

Damit konnten die beiden Längsfassaden aus Gründen der Reduzierung der Lärm- und Staubimmission zu den gegenüberliegenden Wohnbebauungen geschlossen gehalten werden.

Diese Fassadenflächen sind mit Klinkern verkleidet, die sich in ihrer Materialität und Farbigkeit an typische Altstadtfassaden anpassen. Im Wechsel dazu stehen Glasflächen zur natürlichen Belichtung der Parkebenen. Diese Gliederungselemente der Fassade strukturieren das Parkhaus, in Anlehnung an den vorhandenen Altstadtcharakter, kleinteilig.

Zur Abrundung der Quartiersbebauung am Standort ist beabsichtigt, auf einem freiem Grundstücksbereich, welches unmittelbar an das Parkhaus angrenzt, ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschosshaus zu errichtet, welches mit barrierefreien Wohnungen ausgestattet und im Erdgeschoss das vorhandene Stadtmauerfragment integriert, eine sinnvolle funktionelle und gestalterische Ergänzung zum Parkhaus in der Innenstadt darstellen könnte.

Bauzeit: 2002- 2003
Baukosten KG 300 – 400: 3.600.000 €
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