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© Rainer Weisflog, Cottbus
Sachsendorfer Oberschule
Geschichte
Das Schulgebäude am Standort Cottbus- Sachsendorf, Schwarzheider - Straße 7 war ein Typenprojekt aus dem Bausys-tem LGBW (leichte Geschossbauweise)- Cottbus für eine 2- und 4- zügige Oberschule einschließlich Verbindungsbauwerk und Mehrzwecksaal. Die Planung erfolgte durch das Wohnungsbaukombinat Cottbus. Die Erarbeitung des Typenprojektes datiert vom Juni 1971, die Freigabe zur Bauausführung erfolgte am 15. Oktober 1975.
Auf der Grundlage eines Umbau- und Modernisierungskonzeptes wurde durch das Immobilienamt der Stadt Cottbus eine Aufgabenstellung mit folgenden Prämissen formuliert:

Zusammenlegung der 8. und 11. Gesamtschule zur Sachsendorfer Gesamtschule

Planung einer Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe
3- zügige Schule, 1 Regelklasse und 2 Integrationsklassen (die Schüler in den Integrationsklassen sind hör- und sprachgeschädigte Kinder sowie Kinder von ausländischen Mitbürgern)
Reduzierung der Schülerzahl von 600 auf 300 Schüler
Einführung des Ganztagsschulprogramms
das Schulgebäude war Bestandteil des Quartiers-entwicklungskonzepts Turower Straße
Entwurf
Ziel des Entwurfes war, neben der weiteren Schulnutzung des Gebäudes, die Schaffung einer repräsentativen Begeg-nungsstätte als markanter Punkt im Wohngebiet. Der Schulkomplex besitzt im Stadtteil zentrale Bedeutung, als Ort für Bürgerveranstaltungen und als Wahllokal.

Die Häuser 1 und 2 des Schulgebäudes blieben im Bestand erhalten und wurden saniert. Aula und Verbindungsgang wur-den abgebrochen. Die Sporthalle wurde bereits im Jahr 2004 zurückgebaut. Sie entsprach nicht den Vorgaben der DIN 18 032 und war baufällig.

Im Bereich zwischen den Häusern werden 3 neue Bauteile niveaugleich eingefügt:

BT 1 Eingangshalle:

Sie bietet als überdachter Pausen- und Kommunikationsbereich verschiedenste Möglichkeiten der Nutzung.

BT 2 Mehrzweckhalle:

Sie ist als Doppelsporthalle für den Schul- und Freizeitsport, aber auch als schulischer und gesellschaftlicher Veranstal-tungsraum nutzbar. Damit ist eine optimale Auslastung durch Mehrfachnutzung der Halle gegeben.

BT 3 Funktionsgebäude: bietet alle Serviceeinrichtungen zum Betrieb der Mehrzweckhalle

Städtebauliche Einbindung

Verkehrsplanerisch wurde die südlich der Schule verlaufende Schwarzheider Straße gekappt und als Geh- und Radweg ausgebaut. Der Höhenunterschied zwischen ehemaligem Straßenniveau und Eingang Schule wurde über eine schiefe Ebene neu organisiert.

Funktionslösung/ Energiekonzept

Ein wichtiges Kriterium bei der Erarbeitung der Funktionslösung war ein barrierefreier, niveaugleicher Zugang in das Erdge-schoss und damit in die Mehrzweckhalle.

Die vor die Multifunktionshalle gesetzte Eingangshalle vermittelt als Bindeglied zwischen Innen und Außen, im Übergangs-bereich zwischen öffentlichem und privatem Bereich. Durch die weit zurückgesetzte Glasfassade wird ein zu starkes Auf-heizen des Eingangsbereiches im Sommer vermieden. Im Winter dagegen kann die tiefstehende Sonne auch die weit im Inneren liegenden Hallenbereiche erreichen.

Durch die Kompaktierung des Baukörpers und die Anbindung des 2. Obergeschosses der Schulgebäude an das Erschlie-ßungssystem der Eingangshalle entstehen kürzere Wege und damit bessere Nutzungsbedingungen für alle. Die Interakti-onsmöglichkeiten für Schüler und Lehrer werden durch die offene, dreigeschossige Eingangshalle mit direktem Sichtbezug in die Sporthalle erheblich verbessert.

Die zentrale Einbindung der technischen Medien über das Funktionsgebäude der Multifunktionshalle bedeutet eine erhebli-che Zentralisierung und Optimierung der technischen Erschließungen.

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