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© Rainer Weisflog, Cottbus
Carl-Thiem-Klinikum Cottbus 5. Bauabschnitt
Projektgruppe Franke / Maslo Architekten BDA
Der Vorabmaßnahmen – Energie- und Medienkonzept sowie Errichtung der Krankenhausverwaltung im Haus 33

Teil 1 – Teilneubau Haus 60 sowie Umbau und Sanierung der Häuser 3, 4, 8, 11 sowie Errichtung eines Hubschrauberflugplatzes

Im Jahr 1999 wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, der Lösungen für den Neubau eines Operationszentrums, einer Intensivtherapeutischen Station mit 24 Betten, eines Bettenhauses für 160 Betten Allgemeinpflege, für eine neue Krankenhausapotheke und Klinische Arztdienstbereiche sowie die Einordnung eines Hubschrauberflugplatzes aufzeigen sollte.

Mit dem Siegerentwurf konnten in den letzten Jahren neue Strukturen baulich realisiert werden, die den aktuellen Tendenzen in der Krankenhauslandschaft, resultierend aus den sich ständig verändernden gesundheitspolitischen Vorgaben und den aktuellen demografischen Entwicklungen, entsprechen. Die funktionellen Ansätze des 1. Preises sind weiterhin aktuell und wurden in einer Betriebs- und Entwicklungsplanung im Jahr 2007 weiterentwickelt.

Dabei handelt es sich um folgende funktionelle Grundprinzipien:

- Konzentration der medizinischen Funktionen im Zentrum des Klinikkomplexes mit der Schaffung übersichtlicher und kurzer Wegebeziehungen
- periphere Anordnung der internistischen und chirurgischen Betten um das medizinische Zentrum
- Unterbringung der Sonderpflegebetten und Tageskliniken im historischen Altbauensemble.

Damit verbunden war als Planungsaufgabe die Schaffung von zunehmend mehr Behaglichkeit für die Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal und aller Angestellten.

Insgesamt basiert die Planung auf zunehmend unternehmerischen und prozessorientierten Gesichtspunkten sowie auf die Beachtung von Nachhaltigkeitsprinzipien. Krankenhäuser haben im Vergleich zu anderen Gebäuden, nicht nur die komplexesten Prozesse, sondern auch die höchsten Betriebskosten. In diesem Sinne ging es bei der Planung um höchste Energieeffizienz und einen optimalen Wärmeschutz für die bestehenden und neu zu errichtenden Gebäude.

Die Organisation der Bauprozesse musste unter dem besonderen Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebs während der Bauarbeiten durchgeführt werden. Das erforderte ein Konzept der Baudurchführung in mehreren Phasen, für einzelne Teilbereiche und die Errichtung und Aufrechterhaltung von Schutzmaßnahmen. Damit konnte auf teuere Zwischenlösungen in Form von Interimsbauwerken verzichtet werden.

Ausschlaggebend für die Durchführung der Bauarbeiten war die Entwicklung eines Rochadeprinzips, wonach erst mit dem Freizug einer Funktionsfläche (Verwaltung im Haus 3) der gesamte Bauablauf organisiert werden konnte. Diese nur mögliche Vorgehensweise rechtfertigt die Länge der Bauzeit von annähernd 6 Jahren.

In folgenden zeitlichen Abschnitten erfolgte die Realisierung der Planungs- und Bauarbeiten:

2001 Erarbeitung der Haushaltsunterlage für die Vorabmaßnahmen
2002 Erarbeitung der Haushaltsunterlage für den Teil 1
2002 Fertigstellung Haus 33 – Krankenhausverwaltung, Freizug Ebene 2 im Haus 3
2003 Bewilligungsbescheid und Baubeginn Haus 3, Haus 8 und Haus 60 (160 Betten)
2006 Inbetriebnahme Haus 60 mit Krankenhausapotheke
2007 Inbetriebnahme erster Teil des Operationszentrums (8 Operationssäle), 24 ITS-Betten und
Untersuchungs- und Behandlungseinheiten im Haus 3
2007- 2009 abschnittsweise Übergabe der Klinischen Arztdienstbereiche im Haus 8
2007 Baubeginn Haus 4 und Haus 11
2009 Baubeginn Hubschrauberflugplatz
2009 Fertigstellung Haus 4 und 11 mit dem zweiten Teil des Operationszentrums (8 Operations-
säle), 34 Betten Intermediatecare und Untersuchungs- und Behandlungseinheiten
August 2009 Fertigstellung Hubschrauberflugplatz.

Der Wettbewerbsentwurf bestimmte die Lage des medizinischen Zentrums durch die Überbauung bzw. Aufstockung der Häuser 3, 4, 8, und 11. Damit war es möglich, insbesondere das Operationszentrum und die Intensivpflegeabteilungen in unmittelbarer Nähe zum, in Ost-West-Richtung orientierten, Haupterschließungsgang (Haus 8), welcher den Campus in voller Länge bis zum Altbau quert, funktionell anzubinden. Das gewährleistet kurze Wegeführungen und eine übersichtliche Erschließung für Patienten, Besucher und Personal.

Ein weiterer Vorteil der Überbauung ist, dass auf Grund der Bestandsgeschosshöhe von 3,30m, dass Operationszentrum im letzten Funktionsgeschoss (Ebene 4) mit der freien Wahl der Geschosshöhe entsprechend den technischen und funktionellen Anforderungen konzipiert werden konnte. Darüber befinden sich konsequenter Weise die Technikzentralen in den Konstruktionsräumen der Überbauungsstrukturen.

Die Überbauungsstrukturen sind brückenartige Tragwerke, welche die neuen Gebäudelasten separat in den Baugrund ableiten. Die Bestandsgebäude werden überwiegend nicht zusätzlich belastet. Die Wahl dieser Tragsysteme ermöglichte weiterhin die Schaffung stützenfreier Räume in den Überbauungsebenen, was sich vorteilhaft auf die Flexibilität des Operationszentrums auswirkt. Die Unterteilung der Räume erfolgte mit Metallständerwandsystemen, in denen die technischen Installationen integriert sind, die aber auch jederzeit demontiert bzw. umgebaut werden können. Somit ist durch die Wahl der Konstruktionen für das Tragwerk und die Wände gesichert, dass auf zukünftige funktionelle Ansprüche optimal reagiert werden könnte.

Das Operationszentrum besteht aus zwei Teilbereichen mit je 8 Operationssälen sowie zentralen Einleitungsbereichen und Servicegängen, jeweils über den Bestandshäusern 3 und 4. Mittig dazu gelegen, befindet sich der Aufwachraum mit 16 Plätzen im aufgestockten Bereich des Hauses 8 in der gleichen Ebene.

In der Grundrissebene darunter (Ebene 3) sind die Intensivtherapeutische Abteilung mit 24 Betten im Haus 3 und die 34 Intermediate-care-Betten im Haus 4 neu konzipiert worden. In Verbindung mit der Allgemeinpflege im Haus 60 ergibt das eine, den Anforderungen entsprechende, gestufte Pflege in einer Geschossebene.

Untersuchungs- und Behandlungsräume befinden sich in der Ebene 2 der genannten Häuser, gemeinsam mit den Räumen für die Ärzte der verschiedenen Kliniken als zentrale Anlaufebene für die Patienten und ihre Angehörigen.

In weiteren Realisierungsschritten wird die Ebene 1 des medizinischen Zentrums als Ebene der Notfallversorgung und der Diagnostik umgestaltet. Diese Ebene ist die Haupterschließungsebene des Klinikkomplexes für die Patienten und die Besucher.

Der Neubau des Hauses 60 befindet sich in der südlichen Verlängerung von Haus 4. Es hat sechs Vollgeschosse und alle Geschossebenen sind niveaugleich an das Haus 11 angeschlossen. Über die Ebene 2 erfolgt die zentrale Verbindung zum Haus 8. In den vier oberen Geschossen sind 4 Stationen Allgemeinpflege mit jeweils 40 Betten eingeordnet.

Nach der Vorgabe der Schaffung einer behaglichen Atmosphäre für die Patienten wurden die Stationsräume sowie die Ein- und Zweibettzimmer geplant. Die Funktionalität der Räume sowie nachhaltig gestaltete Details entsprechen diesem Grundsatz und beeinflussen die Aufenthaltsqualität der Patienten und die Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals positiv.

In den beiden unteren Geschossen des Hauses befinden sich die Räume der Krankenhausapotheke für 2.100 zu versorgende Betten. Die Apotheke gliedert sich je Geschoss in einen Lagerbereich mit Konfektionierautomat (Ebene 0) und dem Laborbereich mit aseptischer Herstellung sowie der Verwaltung in der Ebene 1.

Der Hubschrauberflugplatz ist im Zentrum des Klinikkomplexes als Dachlandeplatz positioniert. Seiner Lage ermöglicht, nach der Landung des Hubschraubers, Schwerstverletzte und wichtige Versorgungsgüter auf kürzestem Wege in das medizinische Zentrum zu transportieren. Die kreisrunde Plattform hat einen Durchmesser vom 30m und eine Tragfähigkeit von 6t. Die Stahlkonstruktion der Landefläche sitzt auf den Aufzugskernen des östlichen Verkehrsknotens im Haus 8 auf.

Mit der Fertigstellung des Hubschrauberflugplatzes sind die Baumaßnahmen des 5. Bauabschnitts, Teil 1 abgeschlossen.

Der Wertumfang der Maßnahme beträgt rund 77 Mio €, finanziert vom Land Brandenburg, den Krankenkassen und der CTK gGmbH.

In direkter Fortführung der Baumaßnahmen des 5. BA, Teil 1 werden die Arbeiten für den 5. BA, Teil b vorbereitet. Dabei handelt es sich vorrangig um den Umbau und die Sanierung der Häuser 5, 6 und 9. Des weiteren werden Nutzflächen im Haus 4, Ebene 1 für die Funktionsstelle Endoskopie umgestaltet.

Diese Maßnahmen entsprechen den Grundsätzen der Betriebs- und Entwicklungsplanung und haben das Ziel, dass das medizinische Zentrum hinsichtlich der funktionellen Qualität und der technischen und medizin-technischen Ausstattung weiter gestärkt wird.

Das trifft insbesondere auf die Einordnung der Funktionsstellen für die radiologische, kardiologische und neurologische Diagnostik in der Ebene 1 und die Einbindung der Entbindungsabteilung und der Neonatologie in das medizinische Zentrum insgesamt zu.

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