| Der Klinikstandort hat eine über 120jährige bauliche Entwicklung hinter sich. Mit der Realisierung des Teilneubaus und den Sanierungsarbeiten des S2. Bauabschnitts wurde der bisherige Schlussstein im Jahr 2009 gesetzt.
Dabei handelt es sich um einen Zubau für die psychiatrische Klinik mit insgesamt 54 Betten und den Umbau und die Modernisierung der unter Denkmalschutz stehen Gebäudeteile aus den Jahren 1888 und 1924.
In enger Zusammenarbeit mit den Denkmal-pflegebehörden konnte bewirkt werden, dass der älteste Gebäudeteil aufgestockt wurde und somit die Voraussetzungen geschaffen wurden, in einer, über die Gebäude verlaufenden, niveaugleichen Geschossebene Bettenstationen einzurichten. Insgesamt wurden in den Altbauten zwei Betten-stationen für die Allgemeinpflege mit je 56 Betten in einer Geschossebene nach modernsten Gesichtspunkten eingeordnet.
Von einem zentralen Dienstplatzbereich wird die Pflege organisiert. Die Bettenzimmer variieren von einer Einbett- bis zu einer Vierbettbelegung. Jedem Bettenzimmer sind Nassräume zugeordnet.
Im Dachgeschoss des mittleren Gebäudeteils befinden sich die zentralen Umkleideanlagen sowie Bereitschaftsdienstzimmer für das Personal.
Arztdienst- und Untersuchungseinheiten sind im Erdgeschoss des Gebäudetraktes gelegen.
Mit der neuen Lage des Haupteinganges wurde wesentlich die Erschließung und die Orientierung für die Patienten und die Besucher verbessert. Der Haupteingang ist barrierefrei gestaltet. Daran schließt sich die Eingangshalle mit dem Informationstresen für das gesamte Haus an. Eine künstlerische Raumgestaltung von Prof. Jo Achermann unterstützt die Bedeutung des Ortes.
Der viergeschossige Neubau des Psychiatrieflügels ergänzt das Gebäudeensemble harmonisch. Er bildet im Anschluss an die vorhandene Bausubstanz einen Innenhof, der mit seinen Gestaltungselementen vielfältige Aktivitäten für die Patienten im Freien ermöglicht.
Die Oberflächen der Außenwände bestehen aus wassergestrichenen Vormauerziegeln, die sich in ihrer Struktur und Farbigkeit den Oberflächen der Bestandsgebäude anpassen. Fenster und Türen sind aus Holz.
Die Freiflächengestaltung rundet das Ensemble ab. Insbesondere die geradlinige Führung vom öffentlichen Straßenraum zum Haupteingang unterstützt die gewünschte Öffnung des Krankenhauses zu seiner Umgebung. Die Struktur der Großbäume erinnert an die alte Straßenführung entlang der Klinikgebäude.
Wesentlicher Inhalt der Planungsaufgabe insgesamt war die Schaffung von zunehmend mehr Behaglichkeit für die Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal und aller Angestellten.
Die Planung beruht zunehmend auf unternehmerischen und prozessorientierten Gesichtspunkten sowie auf der Beachtung von Nachhaltigkeitsprinzipien. Krankenhäuser haben im Vergleich zu anderen Gebäuden, nicht nur die komplexesten Prozesse, sondern auch die höchsten Betriebskosten. In diesem Sinne ging es bei der Planung um höchste Energieeffizienz und einen optimalen Wärmeschutz für die bestehenden und neu zu errichtenden Gebäude.
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